Bibel: Bibel-Hilfe

Einleitung

Die BIBEL ist auf erstaunliche Weise zusammenge­stellt; alle ihre Schreiber offenbaren in ihrer Lehre und in ihren Gedanken eine wunderbare Einheit. Die ersten Seiten der Bibel sind mehr als 3500 Jahre, die letzten beinahe 1900 Jahre alt.

Die Bibel wurde während 17 Jahrhunderten ge­schrieben, und sie redet heute noch so zeitgemäß und mit solcher Frische, als ob sie heute extra für uns geschrieben worden wäre. Ungefähr 40 Autoren, so verschieden durch ihre Kultur oder ihren Beruf wie nur möglich, haben ihre Botschaft niedergeschrie­ben, und dabei kannten sie oft einander gar nicht.

Der Unterschied zwischen der Bibel und jedem an­deren Buch liegt besonders und gerade in ihrem Ur­sprung und ihrer Natur. Wir stehen einem absolut einzigartigen Buch gegenüber, das mit keinem ande­ren Buch verglichen werden kann, denn die Bibel ist das Wort Gottes.

Die Bibel ist von Gott inspiriert, d. h. Gott hat seine Gedanken Menschen mitgeteilt, die er zu diesem Zweck ausgewählt hat. Gott hat seinen Propheten oder Aposteln nicht irgendwelche Gefühle oder Ideen mitgeteilt, sondern seine Botschaften, seine Worte: das offenbarte Wort, das durch den Heili­gen Geist gegeben wurde; „heilige Männer Gottes redeten, getrieben vom Heiligen Geiste“ (2. Pet 1,21). An einer anderen Stelle heißt es: „Alle Schrift ist von Gott ein­gegeben und nütze zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung“ (2. Tim 3,16). Dies gilt auch für solche Textabschnitte, an denen meine Vernunft oder meine Gefühle Anstoß nehmen, wie auch für solche Passagen, die ich als zweideutig oder widersprüchlich ansehe.

Die Bibel ist inspiriert, nicht nur was ihren Inhalt, son­dern auch, was ihre einzelnen Ausdrücke und die Buchstaben betrifft. Die Gedanken Gottes sind von den Schreibern der Bibel nicht etwa entsprechend ihrem Charakter oder ihrer Erziehung einer An­passung unterworfen worden. Nein, Gott hat sich Menschen erwählt und ER hat sie dafür vorbereitet, bestimmte Teile Seiner Offenbarung zum Ausdruck zu bringen (1. Kor 2,16).

Die Bibel spricht eine so einfache Sprache, dass ein Kind ihre wesentliche Botschaft verstehen kann. Und doch sind ihre Worte gleichzeitig so tief, dass der fortgeschrittenste Gläubige ihren Inhalt nicht aus­schöpfen kann.

Die Bibel zeigt, dass sie den Menschen in allen Ab­schnitten seiner Geschichte vollkommen kennt.

Welch ein Vorrecht, eine göttliche Offenbarung in den Händen zu halten, eine von Gott gegebene Sicht der Dinge zu besitzen, und zwar in bezug auf Ver­gangenheit, Gegenwart und Zukunft!

Vielleicht fragen Sie sich, ob die Bibel wirklich das Wort Gottes ist. Der, der uns dieses Buch gegeben hat, kann Ihnen auch die Gewissheit vermitteln, dass es von Ihm ist. Derselbe Geist, der die verschiede­nen Schreiber geleitet hat, überzeugt uns, dass es die Stimme Gottes ist, die sich an uns wendet.

Die Bibel ist nicht das Eigentum eines Volkes, einer Kirche, eines Bekenntnisses, sondern sie wendet sich an alle, gebildet oder ungebildet, arm oder reich, jung oder alt. Gott ist der Schöpfer aller, und „Er will, dass alle Menschen errettet werden und zur Er­kenntnis der Wahrheit kommen“ (1. Tim 2,4).

Niemand hat das Recht, sie als sein Eigentum zu be­anspruchen, das Lesen der Bibel zu verbieten oder ihre Autorität abzuschwächen.

 

Hauptteil

Warum hat die Bibel so viele Feinde?

Dieses Buch verurteilt den Menschen, sein Verhalten, sein Herz. Es legt alles vollkommen bloß und sagt ihm die Wahrheit über ihn selbst und über die Welt, der er angehört.

Der Teufel hasst das Wort Gottes und bedient sich ungläubiger Menschen, um die Bibel in Misskredit zu bringen. Dabei können das sehr gebildete Menschen sein, berühmte Gelehrte, große Philosophen, bewandert in der Literatur, Leute, die besonders fähig sind, schwierige Fragen zu entscheiden, wissenschaftliche Themen zu diskutieren. Er kann sehr liebenswürdige, ehrenwerte Leute wählen. Da sie aber das göttliche Leben nicht besitzen, verstehen sie nicht, „weder was sie sagen, noch was sie fest behaupten“ (1. Tim 1,7). Der natürliche Mensch, seinen eigenen Hilfsquellen überlassen, „nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird“ (1. Kor 2,14).

Die Schriften und Reden der Ungläubigen über die Bibel gleichen dem, was ein Unwissender über die Gesetzmäßigkeiten der Astronomie oder den Atomzerfall sagen oder lehren könnte.

  

Kann man hinzufügen oder wegstreichen?

Christus hat gesagt: „Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer irgend nun eines dieser geringsten Gebote auflöst und also die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reiche der Himmel; wer irgend aber sie tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reiche der Himmel“ (Mt 5,18-19).

Der Apostel Johannes schreibt: „Ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen hinzufügen, die in diesem Buche geschrieben sind; und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baume des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buche geschrieben ist“ (Off 22,18-19).

In den Sprüchen lesen wir: „Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht überführe und du als Lügner erfunden werdest“ (Spr 30,6).

Es ist also weder den Menschen, noch den Engeln erlaubt, dem Wort Gottes etwas hinzuzufügen oder etwas davon wegzunehmen.

Seit dem ersten Jahrhundert hatte die Kirche keinen anderen Führer als die Bibel. So nahmen die Männer von Beröa, als sie die Verkündigung des Paulus und Silas hörten, das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf, „indem sie täglich die Schriften untersuchten, ob dies sich also verhielte“ (Apg 17,11).

 

Die Einteilung der Bibel

Die Bibel besteht aus zwei Teilen:

1) dem ersten Teil, dem sog. Alten Testament, geschrieben vor der Geburt Christi;

2) dem zweiten Teil, dem sog. Neuen Testament, geschrieben im ersten Jahrhundert nach Christus.

Im allgemeinen wird der Text in zwei Spalten gedruckt. Die Unterteilungen, die als „Kapitel“ bezeichnet werden, sind mit fettgedruckten Zahlen markiert, die weiteren Unterteilungen eines Kapitels (die „Verse“) sind mit kleinen Zahlen am Rand angegeben. Diese Einteilungen wurden in relativ neuer Zeit eingeführt, um eine Textstelle leicht angeben bzw. finden zu können.

Beispiel: Evangelium nach Matthäus, Kapitel 7, Vers 24 (abgekürzt: Mt 7, 24). Um diese Stelle zu finden, suchen Sie in ihrer Bibel das Matthäus-Evangelium, drehen die Seiten bis zur fettgedruckten Zahl 7 um und lesen in diesem Kapitel bei der Zahl 24: „Jeder nun, der irgend diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich einem klugen Manne vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute.“

Die geläufigsten Abkürzungen der einzelnen Bibelbücher finden Sie in Anhang 1 und 2.

 

Die Zusammenstellung der Bibel

Das Alte Testament

Gott gibt Mose, 15 Jahrhunderte vor Christi Geburt, folgende Anordnung: „Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch“ (2. Mo 17,14). Das also ist der Anfang der Niederschrift der göttlichen Offenbarung. Immer wenn es nötig war, nahm der Geist Gottes einen Menschen, der lediglich ein Werkzeug war, um das, was Gott wollte, schriftlich niederzulegen. Vier Jahrhunderte vor Christi Geburt hat der letzte der Propheten, Maleachi, geredet.

Das Alte Testament wurde Israel anvertraut. Es zerfällt in drei Teile:

  1. die Torah (das Gesetz Moses)
  2. die Neviim (die Propheten)
  3. die Kethubim (die Psalmen und anderen Schriften)

Es umfasst die 39 Bücher, die sich in allen Bibeln finden. Christus nimmt nach seiner Auferstehung Bezug auf diese drei eben genannten Teile (siehe Lukas 24, 44).

Seit der ersten Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische, 250 Jahre vor Christi Geburt, wurden einige profane Bücher dem heiligen Text zugefügt: die Apokryphen, viel später „deutero-kanonische Bücher“ genannt. Sie sind nicht inspiriert, gehören also nicht zur göttlichen Offenbarung; lediglich in historischer oder moralischer Hinsicht haben sie noch einen gewissen Wert. Man findet sie noch in manchen Bibelausgaben.

Es gibt im Neuen Testament Zitate aus dem Alten Testament in großer Anzahl; aus fast allen Büchern des Alten Testaments wird dort zitiert. Christus und die Apostel nehmen darauf Bezug und stellen es als Autorität hin. Im Gegensatz dazu zitieren sie aber nie die Apokryphen oder deutero-kanonischen Bücher; diese gehörten nicht zum hebräischen Kanon.

 

Das Neue Testament

Die Gute Botschaft von Dem, der durch das Alte Testament angekündigt wurde, hat sich erfüllt. Das Evangelium wird verbreitet. Die Apostel verkündigen die Botschaft von Jesus Christus, es entstehen Versammlungen, und zur Stärkung ihres Glaubens werden Briefe an sie geschrieben: das Neue Testament enthält insgesamt 21 Briefe.

Gott erweckt vier Männer, um uns einen Bericht des irdischen Lebens Jesu Christi zu geben. Wir finden ihn in den 4 Evangelien:

  1. Matthäus, ein Zöllner, Apostel Christi, schreibt um das Jahr 40 und stellt den Messias unter verschiedenen Aspekten vor.
  2. Markus, der Sohn des Apostels Petrus in geistlichem Sinn, schreibt um das Jahr 61 und hat die Aufgabe, uns den vollkommenen Diener zu beschreiben.
  3. Lukas, ein Arzt, Begleiter des Apostels Paulus, schreibt um dieselbe Zeit und schildert Christus in seiner Menschheit.
  4. Johannes, Apostel Christi, schreibt um das Jahr 90 und stellt Christus unter einem vierten Blickwinkel vor: als den Sohn Gottes.

Zu den Evangelien und den Briefen müssen wir noch die Apostelgeschichte und die Offenbarung hinzufügen, was insgesamt 27 Bücher im Neuen Testament ergibt. Diese finden Sie in allen Bibelausgaben.

Als die einzelnen Bücher durch die verschiedenen erwählten Männer geschrieben wurden, tat der Heilige Geist das, was Christus verheißen hatte (Johannes 14, 26 und Johannes 16, 13 - 14):

  1. „Er wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“: die Evangelien.
  2. „Er wird euch in die ganze Wahrheit leiten“: die Apostelgeschichte und die Briefe.
  3. „Das Kommende wird er euch verkündigen“: die Offenbarung.

 

Wir besitzen nicht mehr die Originale. Die Verfolgungen in den ersten Jahrhunderten der Kirche waren schrecklich, und sicherlich haben die Feinde des Evangeliums alles daran gesetzt, um diese Originale zu zerstören. Die ältesten Manuskripte, die uns heute vorliegen, stammen vom Alten Testament aus dem 2. Jahrhundert vor Christi Geburt und vom Neuen Testament aus dem 2. Jahrhundert nach Christi Geburt. Wir besitzen mehr als 6000 Manuskripte des Neuen Testaments in griechisch und ungefähr ebenso viele in anderen Sprachen. Diese Manuskripte können in den großen Museen der Welt besichtigt werden.

 

Sprachen und Übersetzungen

Das Alte Testament ist auf hebräisch geschrieben, außer einigen vereinzelten Abschnitten in Esra, Jeremia (Kapitel 10) und Daniel, die auf aramäisch (dem Hebräischen sehr verwandte Sprache) geschrieben sind. Also nur eine einzige Sprache trotz der Verschiedenheiten der Schreiber und der Orte, wo sie lebten!

Zwischen 285 und 246 v. Chr. übersetzten 72 jüdische Gelehrte auf Anordnung des ägyptischen Königs Rolemäus II. das Alte Testament ins Griechische (die sog. Septuaginta). Seit dem Anfang des christlichen Zeitalters wollten sehr viele Gemeinden das Neue Testament, das vollständig auf griechisch geschrieben war, (damals in allen Ländern des Mittelmeerraumes verbreitete Sprache) in der Sprache ihrer Länder besitzen.

Im zweiten Jahrhundert gab es dann lateinische Übersetzungen, in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts die altsyrische der ganzen Bibel. Es folgten Übersetzungen ins Ägyptische, Gotische, Armenische, Arabische, Slawische, usw. Im 4. Jahrhundert gab uns Hieronymus eine lateinische Übersetzung, die sog. Vulgata, die während zahlreicher Jahrhunderte als Grundlage für Übersetzungen diente. Heute werden die z. T. aus zahlreichen wiedergefundenen Manuskripten wiederhergestellten hebräischen und griechischen Grundtexte direkt übersetzt. Die Bibel ist, z. T. vollständig, z. T. noch bruchstückhaft, in mehr als 1700 Sprachen oder Dialekte übersetzt. In Form von Kassetten-, Tonband- oder ähnlichen Aufzeichnungen wird die biblische Botschaft in mehr als 4500 Sprachen verbreitet.

 

Warum sollen wir die Bibel lesen?

1.)      Es ist das Gebot Gottes: „O, Land, Land, Land, höre das Wort des Herrn“ (Jer 22,29).

2.)      Die Natur redet zu uns von der Macht und der Weisheit des Schöpfers.

3.)      Das Gewissen zeugt von der Gerechtigkeit Gottes, aber es ist verdunkelt durch die Sünde.

Weder die Natur noch das Gewissen geben eine Antwort auf die zahlreichen Fragen, die wir uns stellen. Das Wort Gottes - die Bibel - ist die Offenbarung, die Gott uns von Sich Selbst und von Seinen Wegen gegeben hat. Gott wollte Sich uns nicht nur in Seiner Schöpfung offenbaren, sondern es hat Ihm gefallen, uns zu sagen, was Er in Sich Selbst ist, damit wir Ihn kennen möchten, damit wir uns in Ihm freuen und Ihn verherrlichen könnten, damit wir Seine Größe, Seine Weisheit, Seine Liebe verstehen möchten. Gott ist kein weit entferntes und gleichgültiges Wesen: Er liebt mich, Er möchte aus mir Sein Kind machen.

Die Bibel ist die höchste Offenbarung Gottes, sie ist auch die sichere Grundlage des Glaubens (vgl. Römer 10, 17 und 1. Thes, ; 2, 13 ).

 

Wer kann die Bibel verstehen?

Nur geschulte Personen?

Christus sagt: „Du hast dies vor Weisen und Verständigen verborgen, und hast es Unmündigen geoffenbart“ (Mt 11,25).

Der Apostel Paulus schreibt: „Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil ja in der Weisheit Gottes die Welt durch die Weisheit Gott nicht erkannte, so gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten“ (1. Kor 1,20-21).

Die Bibel wendet sich an die Kinder: „Von Kind auf kennst du die heiligen Schriften, die vermögend sind, dich weise zu machen zur Seligkeit durch den Glauben, der in Christo Jesu ist.“ (2. Tim 3,15)

Die Bibel wendet sich auch an die Erwachsenen: „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Munde weichen, und du sollst darüber sinnen Tag und Nacht, auf dass du darauf achtest, zu tun nach allem was darin geschrieben ist; denn alsdann wirst du auf deinem Wege Erfolg haben, und alsdann wird es dir gelingen.“ (Jos 1,8)

Von denen, die sich von der Bibel abwenden, lesen wir jedoch: „Die Weisen werden beschämt, bestürzt und gefangen werden; siehe, das Wort des Herrn haben sie verschmäht, und welcherlei Weisheit haben sie?“ (Jer 8,9)

 

Wonach soll man in der Bibel suchen?

Die Bibel ist nicht geschrieben worden, um unsere Neugierde zu befriedigen, sondern um dem Menschen den Weg des Heils und des wahren Glücks zu zeigen.

Sie enthält sehr viele und außergewöhnliche Mitteilungen geographischer, historischer, wissenschaftlicher Art, aber sie misst diesem nur insofern Bedeutung bei, als sie einen Teil der Geschichte des Menschen oder des Volkes ausmachen, dem Gott sich in besonderer Weise geoffenbart hat. Vor allem ist sie das Buch der Offenbarung der Liebe Gottes zu dem Menschen und des Mittels, durch dessen Wirksamkeit Er ihn vor dem ewigen Verderben erretten will.

Durch die verschiedensten menschlichen Erfahrungen will Gott uns Belehrungen über den Menschen geben. Die Bibel enthüllt unser Herz, nicht unser physisches Herz, sondern das Zentrum unseres Wesens, den Sitz unserer Wünsche und unserer Empfindungen.

Sie deckt das Böse auf, die Sünde, die um sich frisst wie ein Krebs. Sie legt den Finger auf die wunden Stellen und auf das, was wir gern verheimlichen möchten. Das Bild, das die Bibel vom Menschen zeichnet, ist nicht schön, aber wahr.

Von den ersten Seiten dieses Buches an sehen wir den Menschen in seinem fieberhaften Tun, von Satan versucht, ungehorsam, gefallen, aber von Gott gesucht, der „so sehr die Welt geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Joh 3,16).

Deshalb wird auf allen Seiten des Alten Testaments immer wieder in mehr oder weniger deutlichen Ausdrücken das Kommen Christi erwähnt.

 

Wie soll man die Bibel lesen?

Der Anfänger beginnt am besten mit dem Neuen Testament, da dieses die Erklärung des Alten ist und uns die erlebte Errettung vorstellt.

Öffnen Sie die Bibel niemals wie ein beliebiges anderes Buch! Die Bibel ist das Wort Gottes, ob Sie es annehmen oder nicht. Hier möchte Gott zu Ihnen reden, Sie belehren, Sich Ihnen offenbaren und Sie in die ganze Wahrheit führen.

Nur Gott allein kann durch Seinen Geist Ihnen wirklich die Schriften öffnen, Ihnen helfen, ihren Sinn zu erfassen und sie sich zu eigen zu machen.

Hier einige Ratschläge:

  1. Rufen Sie, bevor Sie Ihre Bibel öffnen, Den an, der ihr Autor ist. Dabei spielt die Form des Gebets kaum eine Rolle; David betete: „Öffne meine Augen, damit ich Wunder schaue in deinem Gesetz.“ (Ps 119,18)
  2. Die Männer der Bibel schrieben so, dass sie von den meisten verstanden werden konnten. Man muß deshalb die Worte in der Bibel so lesen, dass man ihnen zunächst den allgemeinen Sinn beilegt, den der unbefangene Leser mit diesen Worten verbindet.
  3. Der Sinn eines Satzes wird im allgemeinen durch das angegeben, was vorhergeht oder folgt; daher muß man immer den Abschnitt in seinem Zusammenhang stehen lassen.
  4. Man darf nicht vergessen, dass die Bibel sich immer durch die Bibel selbst erklärt und nicht zum Gegenstand einer besonderen Interpretation gemacht werden darf, wenn der Ausleger auch noch so gebildet sein mag.
  5. Gott will aus uns nicht Gelehrte der Religion, der Bibelkunde oder der Prophetie machen, sondern Er hat uns ganz persönlich etwas zu sagen. Erkenntnis ohne Frucht bläht auf. (vgl. 1. Kor 8,1; 13,1+2)
  6. Die Bibel enthält die vollständige Offenbarung Gottes. Man darf also nicht nach einigen bevorzugten Abschnitten mit dem Lesen aufhören, sondern es ist notwendig, die ganze Bibel zu lesen.
  7. Nichts ist nützlicher als eine regelmäßige und täglich neue Nahrungsaufnahme; mit der Bibel verhält es sich nicht anders.
  8. Sie dürfen nichts hinzufügen noch etwas wegnehmen; manchmal werden sich Ihre Gedanken an dem Text stoßen; lassen Sie dann Ihre Gedanken durch die Gedanken Gottes leiten, die entgegengesetzte Haltung ist nichts anderes als Hochmut.
  9. Unsere Logik kann verletzt werden, und wir sagen: da besteht ein Widerspruch. Das ist nur auf den ersten Blick so. Die Bibel widerspricht sich nicht, sondern zeigt oft verschiedene Aspekte ein und derselben Sache.
  10. Das einzige Mittel, um Fortschritte zu machen, ist, das in die Tat umzusetzen, was wir gelernt haben. Jakobus sagt in seinem Brief (Jak 1, 23+24): „Wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der ist einem Manne gleich, welcher sein natürliches Angesicht in einem Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen , und er hat alsbald vergessen, wie er beschaffen war.“ Und der Psalmist sagt: „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang; gute Einsicht haben alle, die sie ausüben.“ (Psalm 111,10)
  11. Denken Sie beim Lesen eines Abschnitts, dass dieser ausdrücklich für Sie geschrieben ist. Stellen Sie sich, jedesmal wenn Sie lesen, z. B. folgende Fragen:
  • Was sagt Gott mir durch diesen Text?
  • Ist darin für mich heute eine Ermahnung enthalten?
  • Was erfahre ich über das Werk und die Person des Heilandes?
  • Welche Verheißung liegt darin für mich heute?
  • Suchen Sie sich einen Vers, den Sie sich einprägen und den Sie sich im Lauf des Tages ins Gedächtnis rufen.

Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam, und daraus ergibt sich immer entweder Verhärtung oder Glaube:

 - Verhärtung für jeden, der es verachtet und zurückweist,
 - Glaube für jeden, der es annimmt und sich daran hält.

 

Die Einheit der Bibel

„Im Alten Testament ist das Neue Testament verborgen. Im Neuen Testament ist das Alte enthüllt“ (Augustinus).

Man kann sie nicht voneinander trennen. Anhand von ein paar Beispielen erwähnt. Hierbei handelt es sich um Vorbilder oder Symbole des Alten Testamentes, die schon auf eine Wahrheit im Neuen Testament hinweisen. Sie werden noch mehr dieser Vorbilder entdecken, in dem Maß, wie Sie mit dem Lesen der Bibel voranschreiten.

 

Altes Testament

Neues Testament

Die Arche Noahs (1. Mo 6 und  7 )

Jesus rettet uns vom Gericht (1. Thes 1,10)

Die Himmelsleiter Jakobs (1. Mo 28,10-22)

Jesus – der Weg (Joh 14,6)

Das Passahlamm (2. Mo 12)

Jesus – das Lamm Gottes (Joh 1,29)

Der Leuchter (2. Mo 25,31-40)

Jesus – das Licht (Joh 8,12)

Das Manna (2. Mo 16,9-36)

Jesus - das Brot des Lebens (Joh 6,32-34)

Die eherne Schlange (4. Mo 21,4-9)

Jesus, auf das Kreuz erhöht (Joh 3,14)

 

 

Es gibt auch Männer, deren Umstände einen der Aspekte des Lebens Christi ankündigen:

 

Isaak, der eingeborene Sohn, den Abraham bereit ist zu opfern (1. Mo 22)

Jesus, der eingeborene Sohn, der sich selbst als Opfer stelle (Eph 5,2; Gal 2,20 )

Joseph, zu dem man kommen muß, um Speise zu finden (1. Mo 41,53-57)

Jesus, gehasst und verkauft (Joh 1, 11 und 15, 24; Mt 26, 14-16)

Joseph, zu dem man kommen muß, um Speise zu finden (1. Mo 41,53-57)

Jesus, der gibt und die Bedürfnisse vollkommen stillt (Mt 11,28; Joh 7,37 )

Mose, der sich als Fürsprecher für das Volk einsetzt (2. Mo 32)

Jesus unser Fürsprecher (Sachwalter) (1. Joh 2,1)

Salomo, der König des Friedens (1. Chr 22,9)

Jesus wird  regieren und Frieden bringen (Jes 9,6)

 

 

Es gibt auch Verheißungen und Prophezeiungen des Alten Testaments, die sich erfüllt haben. Andere sind noch zukünftig. Was Christus betrifft, so finden wir mehr als 700 Jahre vor seiner Ankunft die Erwähnung folgender Tatsachen:

 

Die Bündnisse und die Zeiteinteilungen

Um das Verständnis zu erleichtern, muß man auch zwischen den verschiedenen Bünden unterscheiden:

Gott machte einen Bund

  • mit Adam,
  • mit Noah,
  • mit Abraham,
  • mit Mose (Alter Bund).

Jesus Christus ist der Garant des Neuen Bundes.

Da der Messias von den Juden verworfen wurde, sind diese für eine Zeit beiseite gesetzt. Wir leben in der Zeit der Langmut Gottes. Das Evangelium - die Gute Botschaft - wird verkündigt (siehe Apg 10,36-43; Rö 10,12-13; Eph 2, 11-22 ).

Sehr nahe ist die Verwirklichung der Verheißung Jesu Christi, diejenigen, die Ihm angehören, zu entrücken, damit sie ewig bei Ihm seien (nach Joh 14,1 -3; 1. Kor 15, 42-57; 1. Thes 4, 16-17 ).

 

Was danach kommt:

Die apokalyoptischen Gerichte brechen über die ganze bewohnte Erde herein (1. Thes 5,3; Off 3,10 und ab Off 6).

Ein Überrest Israels wird, nachdem er schreckliche Prüfungen durchgemacht hat, den Messias anerkennen (Sach 12).

Dann wird Christus erscheinen, Sein Reich aufrichten (Sach 14, 4) und die während dieser Zeitepoche getöteten Gläubigen werden auferstehen (Off 20,4-6).

Es folgt ein Zeitalter des Friedens von 1000 Jahren unter der Herrschaft Christi, und schließlich eine letzte Empörung und endgültige Niederlage des Teufels und derer, die ihm gefolgt sind (Off 20,6-10).

Auferstehung der Ungläubigen und ihre Verdammung (Off 20, 11-15). Neue Himmel und neue Erde (2. Pet 3, 10-16). Ewiger Zustand (1. Kor 15,20-28).

 

Anhang 1

Die Bücher des Alten Testaments

Das erste Buch Mose 1. Mo
Das zweite Buch Mose 2. Mo
Das dritte Buch Mose 3. Mo
Das vierte Buch Mose 4. Mo
Das fünfte Buch Mose 5. Mo
Das Buch Josua Jos
Das Buch der Richter Ri
Das Buch Ruth Rt
Das erste Buch Samuel 1. Sam
Das zweite Buch Samuel 2. Sam
Das erste Buch der Könige 1. Kön
Das zweite Buch der Könige 2. Kön
Das erste Buch der Chronika 1. Chr
Das zweite Buch der Chronika 2. Chr
Das Buch Esra Esra
Das Buch Nehemia Neh
Das Buch Esther Est
Das Buch Hiob Hiob
Die Psalmen Ps
Die Sprüche Spr
Der Prediger Pred
Das Lied der Lieder / Das Hohelied Hld
Der Prophet Jesaja Jes
Der Prophet Jeremia Jer
Die Klagelieder Klgl
Der Prophet Hesekiel Hes
Der Prophet Daniel Dan
Der Prophet Hosea Hos
Der Prophet Joel Joel
Der Prophet Amos Amos
Der Prophet Obadja Obad
Der Prophet Jona Jona
Der Prophet Micha Mich
Der Prophet Nahum Nah
Der Prophet Habakuk Hab
Der Prophet Zephanja Zeph
Der Prophet Haggai Hag
Der Prophet Sacharja Sach
Der Prophet Maleachi Mal

 

Die Bücher des Neuen Testaments

Das Evangelium nach Matthäus Mt
Das Evangelium nach Markus Mk
Das Evangelium nach Lukas Lk
Das Evangelium nach Johannes Joh
Die Apostelgeschichte Apg
Der Brief an die Römer Röm
Der erste Brief an die Korinther 1. Kor
Der zweite Brief an die Korinther 2. Kor
Der Brief an die Galater Gal
Der Brief an die Epheser Eph
Der Brief an die Philipper Phil
Der Brief an die Kolosser Kol
Der erste Brief an die Thessalonicher 1. Thes
Der zweite Brief an die Thessalonicher 2. Thes
Der erste Brief an Timotheus 1. Tim
Der zweite Brief an Timotheus 2. Tim
Der Brief an Titus Tit
Der Brief an Philemon Phlm
Der Brief an die Hebräer Heb
Der Brief des Jakobus Jak
Der erste Brief des Petrus 1. Pet
Der zweite Brief des Petrus 2. Pet
Der erste Brief des Johannes 1. Joh
Der zweite Brief des Johannes 2. Joh
Der dritte Brief des Johannes 3. Joh
Der Brief des Judas Jud
Die Offenbarung Off

 

Anhang 2

Überschriften zu den Büchern der Bibel, die den Hauptgegenstand des jeweiligen Buches angeben.

Altes Testament

1. Mose: Das Buch der Anfänge; fast alle großen Themen der Schrift werden hier im „Keim“ skizziert.
2. Mose: Die Erlösung und die göttlichen Hilfs­quellen
3. Mose: Opfer, Priestertum und ihre Anwendungen
4. Mose: Die Wüstenwanderung
5. Mose: Hören auf Gottes Wort und sich erinnern
Josua: Kanaan; Einnahme (Kapitel 1-12) und Vertei­lung (Kapitel 13-24)
Richter: Der Verfall; jeder tut, was recht ist in seinen Augen
Ruth: Die Gnade, die dem Glauben antwortet
1. Samuel: Der König nach dem Fleische
2. Samuel: Der König nach dem Herzen Gottes
1. Könige: Der in Gerechtigkeit regierende König
2. Könige: Die verantwortlichen Könige
1.u.2. Chronika: Die Könige, Gegenstände der Gnade
Esra: Rückkehr aus der Verbannung; der Altar, der Tempel...
Nehemia: Der Wiederaufbau der Mauer
Esther: Die Vorsehung Gottes. „Wer sich erhöht, wird erniedrigt werden“
Hiob: Die Zucht und ihre Frucht
Psalmen: Das Herz der Schriften (Empfindungen des Treuen, der durch Prüfungen geht)
Sprüche: Die Weisheit, die ihre „Söhne“ belehrt
Prediger: „Alles ist Eitelkeit“
Lied der Lieder: Ein Lied vom Geliebten
Jesaja: Das Evangelium des Alten Testamentes
Jeremia: „Kehret um zu mir!“ - Die Leiden, die mit einem treuen Zeugnis verbunden sind
Jeremias Klagelieder: „Und als er (Jesus) die Stadt sah, weinte er über sie“ (Lukas 19,41)
Hesekiel: Ikabod, die Herrlichkeit des Herrn weicht; Wiederherstellung am Ende
Daniel: Die vier Reiche der Nationen
Hosea: Ephraim (10 Stämme): „Lo-Ammi“, d. h. „Nicht-mein-Volk“, ausgesprochen und widerrufen
Joel: Die Invasion des Assyrers
Amos: Die Sünde und ihre Vergeltung, bei den Nationen und bei Israel
Obadja: Der Fluch über Edom
Jona: Das Zeichen Jonas und die Umkehr Ninives
Micha: Der Überrest zur Zeit des Assyrers
Nahum: Der Fluch über Ninive
Habakuk: Der Glaube des Gerechten erhebt ihn über die Prüfungen
Zephanja: Der Tag (Gerichtstag) Jehovas
Haggai: Getäfelte Häuser und das Haus Jehovas
Sacharja: „Die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus“ (2. Petrus 1,16)
Maleachi: Bereitet die Ankunft des Herrn vor!

 

Neues Testament

Matthäus: Der Messias
Markus: Der vollkommene Diener
Lukas: Der Sohn des Menschen
Johannes: Der Sohn Gottes
Apostelgeschichte: Die Taten des Heiligen Geistes
Römer: Rechtfertigung und Befreiung
1. Korinther: Die Versammlung
2. Korinther: Der Dienst
Galater: Die Gesetzlichkeit und ihr Heilmittel
Epheser: Versetzt in die himmlischen Örter
Philipper: Das Buch der christlichen Erfahrung
Kolosser: Die „Fülle“ (der Gottheit) und was sie für uns bedeutet
1. Thessalonicher: Der Gläubige erwartet den Herrn
2. Thessalonicher: Die Welt und der Antichrist
1. Timotheus: Wie man sich verhalten soll im Hause Gottes
2. Timotheus: Wie man sich verhalten soll in Zeiten des Verfalls
Titus: Gesunde Lehre und gute Werke, die aus ihr hervorgehen
Philemon: Liebe, wie sie sich im täglichen Leben auswirkt
Hebräer: Die Vorrangstellung des Sohnes, das Bes­sere des Neuen Bundes
Jakobus: Zeigt euer Christsein!
1. Petrus: Gehorchen bedeutet Leiden
2. Petrus: Die Abschiedsworte des Hirten der Schafe
1. Johannes: Das göttliche Leben: seine Charakter­züge, Gehorsam und Liebe
2. Johannes: Das göttliche Leben in einer Familie
3. Johannes: Das göttliche Leben bei einem Bruder
Judas: Die Trompete vor den Gerichten
Offenbarung: Das Buch der Gerichte

 

Diese Überschriften stellen jeweils einen großen Gedanken des jeweiligen Buches vor, daneben gibt es noch manche andere.

Autor: André Espic